Vertrauen in der BDSM-Partnerschaft aus Sicht der Sub

Vertrauen ist die Grundvoraussetzung jeder engeren Beziehung; bei BDSM-Partnerschaften spielt es sogar eine besondere Rolle.
Ohne Vertrauen kann ich mich nicht fallen lassen, und ohne das ist eine SM-Beziehung für mich völlig uninteressant.

Indem ich mich meinem Dom als sub hingebe und unterwerfe, übertrage ich damit eine sehr große Verantwortung auf ihn.
Hierzu gehört für mich bedingungsloses Vertrauen. Ich muss mich darauf verlassen können, dass er mir keinen Schaden zufügt, Situationen richtig einschätzt, vor allem aber nicht weiter geht, als ich es selbst möchte.

Ein Top/Dom darf Vertrauen nie als gegeben voraussetzen.
Vertrauen muss erarbeitet werden, und das kann mitunter ein sehr langwieriger Prozess sein. Und, auch das soll hier erwähnt werden, er kann das in ihn gesetzte Vertrauen auch sehr schnell wieder verlieren! Mit anderen Worten: Vertrauen will und muss gepflegt werden.

Vertrauen kann ich nur haben, wenn ich weiß, dass mein Körper, mein Geist, meine Seele und meine Gesundheit bei meinem Dom in guten Händen ist. Wenn ich weiß, dass er mich als Mensch achtet, meine Tabus respektiert, meine Grenzen akzeptiert und nur mit mir gemeinsam versucht, diese zu überschreiten.

Vertrauen heißt auch, mich ihm ganz hinzugeben in der Gewissheit, dass er meine Wünsche und Phantasien berücksichtigt und ich meine Gefühle und Leidenschaften zusammen mit ihm ohne Angst und Risiko voll ausleben kann.

Für manche mag es vielleicht reizvoll sein, sich einem Unbekannten hinzugeben, mich hingegen macht diese Vorstellung nun absolut nicht an, ganz im Gegenteil.

Wie soll jemand, der mich nicht kennt, wissen, was ich mag und was nicht. Demzufolge kann er bspw. auch nicht über meine Tabus und Grenzen informiert sein. In meinen Augen ist hier der Abbruch einer Session vorprogrammiert, sofern beide Partner nicht „zufällig“ exakt die gleichen Vorlieben haben, was sicher nur sehr selten der Fall sein dürfte.

Hier kommt nun ein weiterer Aspekt hinzu: Nur jemandem, den ich gut kenne, kann ich auch vertrauen.

Wie lerne ich nun einen Menschen gut kennen?
Indem ich mit ihm kommuniziere, über all das, was uns bewegt, unsere Wünsche, Sehnsüchte, Vorlieben und Abneigungen, Phantasien, Grenzen, Tabus, Ängste, Erlebnisse … und und und. In Partnerschaften und gerade in SM-Beziehungen kann man gar nicht genug offen und ehrlich miteinander reden.
Auch wenn es machen Menschen peinlich ist, über bestimmte Dinge zu sprechen, sollten sie es hier auf jeden Fall tun. Unter Gleichgesinnten ist es unüblich und sogar verpönt, über spezielle Vorlieben u.Ä. zu lachen oder diese gar abzuwerten.
Und je besser man sich kennen lernt, desto größer wird das Vertrauen. Es wächst und wächst und wächst, bis es eines Tages so groß ist, dass man sich diesem Menschen bedingungslos hingeben kann.

Meine vollständige Unterwerfung unter die Macht und Herrschaft meines Doms ist für mich der größte Vertrauensbeweis.

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