Submission – das S von BDSM

Was ist das Wesen von Submission?
Was macht einen submissiven Menschen aus?
Was macht ihn zu einem submissiven Menschen?

Dies ist vermutlich ebenso schwierig zu beantworten wie das Thema Dominanz.

Da ich selbst eine submissive Frau bin, schreibe ich in der weiblichen Form, wobei sämtliche nachstehend aufgeführten Eigenschaften selbstverständlich auch für submissive Männer gelten.

An dieser Stelle meinen Dank an Sir Wolfgang, Anxious und DrSM, die mich bei den Vorarbeiten zu diesem Artikel hilfreich unterstützt haben. 🙂

Zuerst einmal eine Begriffserläuterung für all Diejenigen, die mit dieser Thematik nicht so vertraut sind:
Submission ist kurz gesagt die Lust an der Hingabe und Unterwerfung und submissve Menschen sind demzufolge solche, die sich einem Partner freiwillig unterwerfen und sich beherrschen lassen. Submission im Zusammenhang mit SM trifft man hauptsächlich bei d/s-Spielen sowie d/s-Lifestyle-Partnerschaften (24/7, TPE etc.) an.

„Was ist nun das Wesen von Submission und was macht einen submissiven (nachstehend „sub“ genannt) Menschen aus?“
Ebenso wie bei der Dominanz ist auch Submission eine mentale Haltung und kennzeichnet grob ausgedrückt Menschen, die sich einem anderen unterwerfen und sich beherrschen lassen.
Zu geben, ohne zu nehmen. Zu dienen, aus Freude, nicht um etwas zurück zu bekommen. Sich zu unterwerfen, hinzugeben in grenzenlosem Vertrauen und sich ganz fallen zu lassen – ohne dafür eine Gegenleistung zu verlangen.
Nicht die der Rohrstock, das Paddle oder die Peitsche sind ausschlaggebend für die Devotion der sub. Selbstlose Demut, die aus dem tiefsten Inneren kommt, ist ein unbezahlbares Geschenk.
Wer sich nun allerdings eine sub als hilflos und lebensunfähig vorstellt, befindet sich im Irrtum.
„Richtige“ subs sind äußerst selbstbewusste und selbständige Menschen, die ihren eigenen Wert sehr wohl kennen. Auch sind subs keine Opfer, sondern geben freiwillig einen großen Teil ihrer Selbstständigkeit auf.

Nachstehend einige Informationen zum näheren Verständnis:
  • Submission ist keinesfalls ein Ausdruck von Schwäche oder gar Minderwertigkeit. In ihrem Beruf äußerst erfolgreiche und in der Gesellschaft hoch angesehene Menschen leben innerhalb ihrer Partnerschaft submissiv.
  • Submission ist weder ein Zeichen für mangelnde Intelligenz noch für fehlenden Antrieb. Bei den meisten Submissiven handelt es sich um hoch motivierte, kreative und intelligente Menschen.
  • Submission existiert sowohl bei Männern wie auch bei Frauen in etwa dem selben Verhältnis. Der Ausdruck des submissiven Verhaltens ist zwischen den Geschlechtern unterschiedlich, jedoch teilen beide diese Eigenschaft.
  • Submission ist nicht mit Passivität gleichzusetzen. Submissive Menschen sind absolut nicht passiv, sondern beteiligen sich aktiv innerhalb einer Beziehung wie auch außerhalb einer solchen.
  • Submission ist keineswegs ein verdecktes oder verkapptes Verlangen nach Demütigungen und/oder Schmerzen. Es gibt bspw. sehr liebevolle und sanfte subs, die keinerlei Bedürfnis nach Schmerzen, Erniedrigungen und ähnliches haben. (Okay, ich gehöre nicht so ganz dazu. *lach*)
  • Submission kann man weder erwarten noch verlangen oder gar erzwingen. Submission ist ein freiwilliger Akt der Unterwerfung und Hingabe.
  • Submission ist ferner nicht bedauerlich oder gar erbärmlich. Die meisten dieser Menschen sind ausgeglichen und sehr glücklich, gerade weil sie ihrer Neigung ausleben.
Submissive (sub)
Eine Person, die die Kontrolle über sich selbst ihrem dominanten Partner übergibt. Der submissive Mensch ist auf jedem anderen Gebiet oft unabhängig und durchsetzungsfähig, hingegen Wachs in den Händen eines Doms, dem er vertraut und respektiert. Ihre sexuell submissive Natur macht sie auch nicht stärker verletzlich für die Leute, die hausieren gehen, um Encyclopedien oder Lebensversicherungen zu verkaufen.

Quelle: Screw The Roses, Send Me The Thorns – Miller and Devon – Mystic Rose Books, Chapter 1, page 11.
Unserer Ansicht nach kann man nur dann sub sein, wenn man ein ausgeprägtes Selbstwertgefühl besitzt, absolut zu seiner Neigung steht und aufrechten Ganges durchs Leben geht.
Als sub akzpetiere ich einen Mann als meinen Dom, unterwerfe mich ihm und schenke ihm meine Freiheit, weil ich weiß, dass mein Dom mich sehr wohl respektiert wie auch verantwortungsvoll mit seiner ihm von mir übertragenen Macht umgeht und ich uns beiden damit Lust und Befriedigung verschaffe, körperlich ebenso wie mental und emotional.
Sicherlich ist ein solches Leben nicht immer einfach, aber es erfüllt mich mit unbändigem Stolz und großer Zufriedenheit, die Befehle meines Doms auszuführen, seinen Anweisungen umgehend nachzukommen, weil ich weiß, dass es ihn antörnt und glücklich macht.
Das Ganze ist ein Wechselspiel tiefer Gefühle und absolut nicht einseitig, sondern ein gegenseitiges Geben und Nehmen.
Sub zu sein bedeutet für mich eine Bereicherung meines Lebens und ein Geschenk – für mich ebenso wie für meinen Dom.
Submissiv zu sein, legt vielleicht meinen Körper in Ketten, aber es hat meine Seele von ihren Fesseln befreit.

Quelle: The Loving Dominant – John Warren – Masquerade Books, Inc., Chapter 4, page 62.
Was kennzeichnet nun einen submissiven Partner?
  • Ganz wichtig ist es, dass ich als sub zu meinen eigenen Wünschen, Sehnsüchten und Neigungen stehe, in dem Wissen, dass der Weg, den ich gehe, nicht immer leicht sein wird, aber sehr wohl realalisierbar und mir im Endeffekt die Erfüllung all dessen, was ich mir erträumt habe, bringen wird.
  • Einer der wichtigsten Punkte ist das Selbstbewusstsein, also das Vertrauen in sich und den eigenen Wert. Dazu gehört auch, dass eine sub in sich gefestigt und mental stark ist und keinesfalls schwach, wie vielleicht manche denken mögen.
    Des weiteren hat man als sub zweifelsohne eine eigene Meinung und sollte diese auch zu vertreten wissen.
    Weiterhin muss ich als sub dazu in der Lage sein, meinem Dom zu sagen, wenn er Fehler macht oder wenn ich mich ungerecht behandelt fühle, natürlich in angemessener und respektvoller Weise.
  • Genauso entscheidend sind Selbständigkeit und Eigenverantwortung. Sub zu sein, bedeutet ja NICHT, sämtliche Entscheidungen dem Dom zu überlassen und zu allem lediglich ja und Amen zu sagen, ganz im Gegenteil.
  • Auch der Stolz spielt unserer Meinung nach eine große Rolle. Als sub bin ich meinem Dom absolut ebenbürtig, d.h. wir besitzen beide den gleichen Wert als Menschen. Auf die Gleichberechtigung habe ich jedoch durch meine Unterwerfung freiwillig verzichtet; und meine Hingabe erfüllt mich mit großem Stolz.
  • Ein weiteres bedeutendes Kennzeichen ist die Ehrlichkeit. Mein Dom muss sich darauf verlassen können, dass ich seine Befehle und Anweisungen ausführe sowie die Regeln befolge, auch wenn er es einmal nicht kontrollieren kann.
    Ferner kann er erwarten, dass ich ihm stets offen über mein Befinden Auskunft gebe und ihm auch sage, wenn ich zu etwas keine Lust habe, es mir nicht gut geht, ich krank oder in irgend einer Form beeinträchtigt bin.
  • Eine Grundvoraussetzung ist weiterhin eine devote Haltung gegenüber dem Dom (nicht allen Menschen). D.h., ich erkenne die Dominanz, Macht und Vorherrschaft meines Doms an, bin mir meiner selbst gewählten Position IMMER bewusst und handele entsprechend.
  • Ebenfalls ein wichtiger Punkt ist der Gehorsam. Hiermit ist natürlich kein „Kadavergehorsam“ gemeint, wie ihn mache Hundebesitzer von ihren Vierbeinern erwarten. 😉 Mein Dom kann aber erwarten, dass ich zum einen die vereinbarten Regeln einhalte und seinen Anweisungen und Befehlen umgehend nachkomme.
  • Der Respekt spielt ebenfalls eine beträchtliche Rolle. Zuerst sollte eine sub Respekt vor sich selbst haben und selbstverständlich auch vor ihrem Dom; und ihre Handlungen sollten diesen stets wiederspiegeln.
  • Außerdem muss eine sub die Fähigkeit und Bereitschaft zur Kommunikation besitzen. Doms sind in den seltensten Fällen Hellseher, daher muss man sich gerade als sub stets mitteilen, über alles reden und seine eigenen Wünsche und Sehnsüchte vermitteln können.
  • Die Selbstlosigkeit spielt ebenfalls eine Rolle. Geben, ohne Nehmen zu wollen. Dem Dom aus einem inneren Bedürfnis heraus und mit Freude zu dienen – und nicht mit dem Gedanken, ‚ich bekomme dafür ja etwas zurück‘.
    Sicher ist es nicht immer einfach, das eigene „Ego“ zu überwinden und die Bedürfnisse des Doms stets oberste Priorität haben zu lassen. Doch die mentale und emotionale Befriedigung, die man dadurch erlangt, lassen einen schnell sämtliche diesbezügliche Mühen vergessen.
  • Die Fähigkeit zu grenzenlosem Vertrauen ist ein weiteres Kriterium. Subs sollten also nicht zu den misstrauischen Zeitgenossen unter uns gehören. Natürlich muss ein solches Vertrauen erst einmal erworben und darf vom Dom nicht missbraucht werden, das ist klar.
  • Eine sub sollte außerdem über Mut verfügen. Den Mut dazu, ihrem Dom auch in jene Bereiche zu folgen, wohin sie sich selbst nicht gewagt hätte. Mut und Vertrauen gehen hier oftmals Hand in Hand.
  • Humor ist ebenfalls ein wichtiger Punkt. Miteinander Lachen ist eines der schönsten Dinge im Leben. Und auch über sich selbst sollte eine sub lachen können, ebenso wie über Dinge, die aus irgend einem Grund schief gelaufen sind.

Auch diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Unsere Intention ist es jedoch, subs und solchen Menschen, die sich dazu berufen fühlen, ein paar Gedankenanstöße zu geben.
Bedenkt dabei aber immer, IHR seid alle Individuen und eine jede von euch muss ihren eigenen Weg finden. Nicht jede Passive ist zur sub „geboren“ und nicht jeder Aktive zum Dom.

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