Dilemma BDSM?

Bis jetzt habe ich sehr viel, oder eigentlich ausschließlich über Spanking in einer gut funktionierenden Partnerschaft geschrieben. Aber was ist mit denen, die keinen Partner haben oder deren Partner mit Spanking nichts zu tun haben wollen? Denen helfen meine Ausführungen ja erstmal überhaupt nicht weiter. Deshalb will ich diesen Menschen ein paar kleine Tipps mit auf den Weg geben, wie man trotzdem seine Sexualität und seine Neigungen ausleben kann. In erster Linie richtet sich dieses Unterkapitel an Männer, da Frauen hier von Natur aus weniger Schwierigkeiten haben. Liest man einschlägige Kontaktanzeigen, so ist der Männerüberschuss doch frappierend.

Allein stehende Männer haben es noch am leichtesten – müssen sie doch keine Rücksicht auf einen Partner nehmen und sind so ziemlich frei in ihren Handlungen und haben dadurch auch einen viel größeren Spielraum. Deshalb gehe ich hier im Schwerpunkt auf Männer ein, die in einer festen Partnerschaft leben, deren Partnerinnen aber nichts von den Neigungen des Partners ahnen oder mit diesen nichts anzufangen wissen.

Zuerst einmal sei allen Männern, ob alleinstehend oder in einer Partnerschaft lebend, die Lektüre der vorangegangenen Kapitel wärmstens ans Herz gelegt. Besonders dann, wenn sie noch keinerlei Berührung mit Spanking hatten und diese Neigung höchstens in ihrer Phantasie durchgespielt haben. Und hier auch gleich mein Hinweis, dass Ihr alles, was Ihr bisher in der Presse darüber gehört habt, getrost vergessen könnt. So ziemlich alles, was Ihr da zu sehen und zu hören bekommt, entspricht nicht der Realität und hat nichts mit S/M im Allgemeinen oder Spanking im Speziellen zu tun. Davon ausgenommen sind natürlich die einschlägigen Szenemagazine. Ich denke da mit Grausen an Berichte in Sendungen wie „Peep“ oder „Liebe Sünde“, die S/M entweder total überzeichnen oder ins Lächerliche ziehen. Die noch fairste Berichterstattung findet man bei Lilo Wanders in „Wahre Liebe“, wobei auch hier die Inhalte noch viele Angriffspunkte für berechtigte Kritik bieten. Als das Schlimmste Übel betrachte ich die Berichte in Sendungen wie „Explosiv“ oder in Tittenblättchen wie „Neue Revue“, „Coupe“ oder gar „Super Illu“ die nur selten über das Niveau der Bildzeitung hinausgehen. Bilder und Texte werden nur als Quotenfänger und Verkaufsmagneten benutzt und den Autoren liegt nur herzlich wenig an objektiver Berichterstattung. Ein Grund, weshalb die S/M-Szene inzwischen nur noch sehr wenig mit Reportern zu tun haben will.

Der absolute „Worst Case“ (schlimmster anzunehmender Fall) ist der, wenn mann in einer Partnerschaft lebt, in der die Frau von Spanking nichts wissen will, man jedoch seine Neigungen ausleben will, aber die Frau zu sehr liebt um sie zu verlassen. Ich will so eine Partnerschaft oder Ehe nicht schlechtreden, denn zu einer funktionierenden Partnerschaft gehört einfach viel mehr als nur guter Sex im Bett. Würde man sich von der Partnerin trennen, verliert man meistens sehr viel mehr als „nur“ die Frau, sondern oft auch die gute Freundin, einen vertrauten Menschen, Liebe und Geborgenheit. Oft sind noch Kinder da, die eine Trennung von vorneherein ausschließen. Hier gilt es dann einen gangbaren Weg zu finden, mit dem auch sie leben kann. Ich kann und will hier nicht die ultimative Lösung aufzeigen, aber ein paar Möglichkeiten bieten, mit denen beide glücklich werden können.

An erster Stelle steht auch hier die Offenheit unter den Partnern. Ist man sich sicher, seine Neigung ausleben zu wollen, sollte man dies offen mit seiner Partnerin besprechen. Stellt sich bei diesem Gespräch dann heraus, dass mit der Partnerin diesbezüglich nichts zu machen ist, muss man sich über den nächsten Schritt Gedanken machen. Es geht darum herauszufinden, ob man seine Neigung „live“ ausleben will, oder ob es bei Phantasien bleiben soll. Man liest ja oft davon, dass Menschen bizarre Phantasien haben, diese aber nie ausleben wollen. Hier wäre es hilfreich zu testen, ob es wirklich das ist, was man wirklich will. Zum Beispiel kann man durchaus ausprobieren, ob es nicht schon reicht, während dem Sex darüber zu reden. Das ist eine Sache, mit der meist auch die Partnerin leben kann. Keinesfalls jedoch sollte man versuchen, die Partnerin zu irgendwas zu zwingen, was sie partout nicht will. Das zerstört mehr, als es dem einzelnen bringt.

Will man aber seine Neigung wirklich ausleben ist es an der Zeit, zusammen mit der Partnerin nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Eine mögliche Lösung könnte sein, zu einer professionellen Domina zu gehen. Manchmal suchen sich Männer auch per Kontaktanzeige einen männlichen Erzieher oder Bottom, um die Neigung ohne Sex auszuleben. Das hat weniger mit einer etwaigen Bisexualität des Mannes zu tun, sondern ist ein gangbarer Kompromiß. Es gibt auch Konstellationen, in der der Mann mit einem weiblichen Bottom seine Neigung wiederum ohne Sex auslebt, aber mit dem Wissen der Frau. Das kann gutgehen, muss aber nicht. Eine andere, aber schlechte Möglichkeit ist es, seine Neigungen heimlich auszuleben. Hier besteht allerdings die Gefahr, dass die Frau dahinterkommt und das ist in den meisten Fällen gar nicht gut. Besonderes Gezeter gibt es dann, wenn der Mann trotz angespannter Haushaltskasse Geld für eine professionelle Domina ausgibt.

Es ist und bleibt schwierig! Meiner Meinung nach ist das offene Gespräch mit der Partnerin immer noch der beste Weg und in einer vertrauensvollen Beziehung bringt die Frau meist auch Verständnis für die Bedürfnisse ihres Mannes auf. Und dann findet sich meist auch eine für beide tragbare Lösung.

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